Gran Paradiso & Valle Maira: Natur-Stopps abseits der Pässe
Zwischen den Kurven liegt die eigentliche Stärke des Piemont: eine Kette wilder, hoher und stiller Westalpentäler, die sich von der Po-Ebene zu den Dreitausendern hinaufzieht.

Das eindrucksvollste Beispiel ist der Nationalpark Gran Paradiso, der älteste Nationalpark Italiens. In sein piemontesisches Herz führt die asphaltierte Sackgasse zum Colle del Nivolet (rund 2.612 m): von Ceresole Reale im Valle Orco vorbei an den Stauseen Lago Serrù und Lago Agnel über berühmte Serpentinen hinauf zum Sattel. Wichtig: Im Sommer ist die Zufahrt mengenmäßig begrenzt und teils kostenpflichtig, an manchen Sommer-Sonntagen führt die letzte Strecke nur per Shuttle weiter. Die Regelung wird jede Saison neu festgelegt und an den Talzufahrten ausgeschildert.
Ganz anders, aber genauso lohnend ist das Valle Maira südwestlich von Saluzzo: eines der dünnstbesiedelten Gebiete Europas, ein „vergessenes Tal" mit lebendiger okzitanischer Kultur und einer engen, ursprünglichen Sackgassen-Straße fast ohne Verkehr. Hier fährt man langsam, nicht schnell. Das benachbarte Valle Varaita führt hinauf zum Colle dell'Agnello, mit Blick auf den markanten Monviso (3.841 m), den höchsten Berg der Cottischen Alpen.
Die Pausenplätze in dieser Ecke liegen an den Stauseen oberhalb von Ceresole Reale, am Talschluss des Valle Maira bei Acceglio und auf den Passhöhen von Agnello und Lombarda. Alle vier haben denselben Vorteil: Sie liegen hoch genug, dass die Hitze der Ebene dort nicht ankommt, und sie sind auch mittags erträglich, wenn unten die Luft steht.